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Pressemitteilung

sapera_studios holt Inklusions-Expertin Laura Gehlhaar an Bord

Mit Aktivistin, Autorin und Coach Laura Gehlhaar verstärken die sapera_studios ihre Expertise zu den Themen Diversität, Inklusion und Barrierefreiheit

Laura Gehlhaar

Berlin, 22. Juni 2022. Laura Gehlhaar und sapera_studios arbeiten ab sofort zusammen. Besonderer Fokus der Kooperation liegt auf den Themen Diversity, Equity & Inclusion (DEI). Die drei Begriffe umschreiben eine neue Unternehmenskultur. In deren Zentrum stehen divers aufgestellte Teams, individuell abgestimmte Entwicklungsmöglichkeiten für alle Mitarbeiter:innen – mit Behinderungen oder temporären Beeinträchtigungen  –  sowie Barrierefreiheit am Arbeitsplatz.

Für Unternehmen wird es immer wichtiger, das Thema Chancengleichheit in den Fokus zu rücken. Zum einen aufgrund des gesellschaftlichen Wandels. In der Arbeitswelt von heute erwartet vor allem die Generation Z, dass Themen wie Inklusion und Barrierefreiheit mitgedacht werden. Zum anderen gelten Unternehmen, die Diversity und Inklusion auf ihrer Agenda haben, als attraktive Arbeitgeber. Und zwar auch für Menschen ohne Behinderungen. Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels ein nicht zu unterschätzender Aspekt. Zusätzlich belegen Studien, dass divers aufgestellte Teams erfolgreichere Produkte entwickeln und damit auch die Rentabilität eines Unternehmens steigern.

Das Wissen in die Unternehmen tragen

Die Inklusions-Expertin Laura Gehlhaar hat zu den sogenannten DEI-Themen bereits mehrere Beiträge und Bücher verfasst. „Barrierefreiheit ist Voraussetzung dafür, dass die Gesellschaft ihr volles Potential ausschöpfen und sich weiterentwickeln kann. Es ist schön zu erleben, wie Menschen, Teams und Unternehmen davon profitieren, wenn sie durch das Schaffen gemeinsamer Zugänge Teilhabe ermöglichen und dadurch mehr Vielfalt erreichen“, sagt die Expertin Gehlhaar.

In ihren Vorträgen und Workshops analysiert Laura Gehlhaar den Status Quo im Unternehmen und klärt gleichzeitig darüber auf, wo sie Potenzial für Verbesserung sieht. Sie gibt auch ganz praktische Tipps, beispielsweise, wie man behinderten Mitarbeiter:innen begegnen kann, frei von diskriminierender Sprache, für einen respektvollen Umgang miteinander und wie man generell eine Sensibilität für das Thema entwickelt. Doch die Erfahrung hat gezeigt: Häufig bleibt es bei einem Workshop, das Wissen verpufft. Die kommunikative Klammer, die dieses Wissen weiterträgt, fehlt in fast allen Fällen.

Diese Maßnahmen können Inklusion fördern

Hier kommt sapera_studios ins Spiel. Denn um den Imagewechsel einzuläuten, braucht es das entsprechende Storytelling – vor allem in der internen Kommunikation. In der Praxis sieht das so aus: sapera_studios nimmt den Faden von Laura Gehlhaar auf und erarbeitet eine individuell zugeschnittene Kommunikationsstrategie.

So entwickelt die Agentur für faktenbasiertes Storytelling beispielsweise auf Grundlage eines vorher konzipierten Kommunikationsplans redaktionelle Formate wie Expert:innen-Interviews oder interaktive Content Formate für das Intranet. In den Beiträgen wird beispielsweise gezeigt, wie Mitarbeitende die Themen in ihrem beruflichen Alltag leben können. Auch Podcasts dienen der internen Aufklärung und helfen auf smarte Weise, Menschen ins Gespräch zu bringen und von ihnen zu erfahren, wie es sich anfühlt, in diesem Unternehmen zu arbeiten. Ein weiteres Angebot ist die Entwicklung von Weiterbildungsmöglichkeiten – in Zusammenarbeit mit HR. Diese sollen die Inklusion fördern und auch dazu beitragen, dass Führungskräfte bereits im Recruiting diverser denken. DEI gehört längst zur modernen Berufswelt –  Unternehmen stellen sich damit zukunftsfähig auf.

Der Imagewechsel klappt nicht von heute auf morgen

„Um wirklich etwas zu verändern, braucht es einen langfristigen Plan sowie eine vertiefende kommunikative Fortführung der Bemühungen“, sagt Katrin Kolossa, CEO und Gründerin von sapera_studios. Um die Barrierefreiheit am Arbeitsplatz zu verbessern, sollte im Vorfeld ein Maßnahmenkatalog erstellt werden. „Viele Unternehmen haben zwar großes Interesse, die kulturelle Transformation voranzutreiben. Doch es gibt keinen einheitlichen Weg, Diversität und Barrierefreiheit zu integrieren. Wichtig ist, dass man anfängt. Laura ist eine hoch kompetente Impulsgeberin mit einem Top know how. Das Team von Sapera Studios und Ich freuen uns sehr auf die Zusammenarbeit und die Möglichkeit, dieses Thema  gemeinsam noch tiefgreifender voran zu treiben und dadurch zu einer nachhaltigen Veränderung beizutragen“ so Kolossa weiter.

Barrierefreiheit im E-Commerce: Optimierungsbedarf in Deutschlands größten Onlineshops

Fast jede:r zehnte Deutsche ist schwerbehindert. Trotz ihrer Einschränkungen nutzen Menschen mit Handicap das Internet überproportional stark, um ihr Leben selbstbestimmt gestalten zu können. Allerdings erschweren eine schwierige Sprache, suboptimale Farbkontraste oder komplizierte Interfaces die Zugänglichkeit der Inhalte von Webseiten. Deswegen ist digitale Barrierefreiheit bereits seit einigen Jahren für öffentliche Institutionen in Deutschland verpflichtend. Weiterführend wird sie ab 2025 auch für privatwirtschaftlich geführte Unternehmen in der EU zur Vorschrift. Danach muss jeder Onlineshop ab einem Jahresumsatz von zwei Millionen Euro für Personen mit körperlichen oder geistigen Handicaps maximalen Nutzen bringen. 


Die 20 umsatzstärksten E-Commerce Händler auf einen Blick

Infografik Barrierefreiheit: Vergleich von 20 Online-Shops

Screenreader-Tauglichkeit nur bei sieben von 20 Onlineshops

Screenreader-Software ist in Verbindung mit einer externen Braille-Zeile für blinde Menschen unerlässlich, um Zugang zu den Inhalten einer Benutzeroberfläche zu bekommen. Hier konnten nur sieben der größten deutschen Onlineshops überzeugen, darunter Zalando und Apple. Weitere sieben sind nur eingeschränkt kompatibel. Lidl und IKEA gehören zu den sechs derjenigen Webshops, die nicht oder nur mangelhaft tauglich für Screenreader sind. 

Alternativtexte sind bei einem Drittel der Webshops eingeschränkt oder nicht ausreichend verfügbar

Bilddateien werden für Screenreader-Software erst durch hinterlegte Alternativtexte lesbar. Dies funktioniert bei den meisten der untersuchten Webseiten auch gut, so etwa bei Mediamarkt und DocMorris. Hingegen sind bei drei der Onlineshops nur eingeschränkt Alternativtexte verfügbar. Nicht ausreichend oder unpassend sind alternative Texte in vier der 20 Onlineshops. 

Sprache ist größtenteils einfach, Schriftgrößen variieren nur wenig  

Auf allen Webseiten der untersuchten E-Commerce-Shops ist die Sprache gut verständlich und unkompliziert. Hiervon ausgenommen sind die Onlineshops von Zalando und H&M beziehungsweise Cyberport und Conrad, bei denen die Verständlichkeit der Sprache durch Anglizismen oder die Verwendung von Fachbegriffen eingeschränkt ist.

Die Schriftgrößen der Navigationen der Webseiten liegen zumeist bei 14-16 Punkten. Bei Apple hingegen ist die Schrift kleiner, bei Otto größer. Lidl und IKEA mischen verschiedene Schriftgrößen besonders häufig. Einige der Anbieter verwenden zudem mehr als drei verschiedene Schriftarten. 

Sprachausgabe und Anpassungsmöglichkeiten sind verbesserungswürdig

Auf keiner der 20 untersuchten Webseiten lässt sich die Schrift anpassen oder vergrößern. Auch der Kontrast ist in keinem der Onlineshops veränderbar oder erhöhbar, dafür erschließen sich alle Webseiten auch ohne Farben gut. Bei völliger Blindheit sind Webseiten jedoch nur via Sprachausgabe zugänglich. Das Abspielen von Videos oder Audiodateien sollte bestenfalls automatisch erfolgen, was bis dato allerdings keiner der online Handelnden berücksichtigt hat. Navigation über die Tastatur gibt es bei 15 der 20 Webshops. 

Profilfoto für Katrin Kolossa
Katrin Kolossa

Das ungenutzte Potential der größten deutschen Onlineshops hinsichtlich ihrer digitalen Barrierefreiheit ist erstaunlich. Hier sehen wir als Kreativagentur deutlichen und dringenden Handlungsbedarf, nicht nur um kommenden gesetzlichen Vorgaben gerecht zu werden. Es geht vor allem auch darum, Menschen mit Handicap in unserer Gesellschaft endlich den vollen Zugang zu Onlineplattformen wie dem E-Commerce zu bieten und sie am heutigen, stark durchs Internet geprägtem Leben voll umfänglich teilhaben zu lassen. Hier wurde in den letzten Jahren viel zu wenig getan und es besteht dringender Nachholbedarf im Sinne der Inklusion.” (Katrin Kolossa)